Das freie Theaterensemble OFF-Stage

Die Idee des freien Theaterensembles entstand 2013 in den Köpfen einiger jungen Theaterbegeisterten aus Offenbach, die schon jahrelang Stücke als Schauspieler, Produktionsleiter und Regisseure auf die Amateurbühne bringen und 2011 sogar den silbernen KiJu-Theaterpreis des Landesverbands Hessen für Amateurtheater gewonnen haben. Geplant ist zunächst das Projekt „Equus“, welches am 9., 10. und 11.10.2014 im Kolpinghaus Offenbach aufgeführt wird und für das der Verein Locomotion e.V. die Schirmherr- und Patenschaft übernommen hat. Der Name OFF-Stage ist eine Hommage an die Heimatstadt der Gründungsmitglieder, Offenbach, und soll aber gleichzeitig immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass nicht nur die Schauspieler eine wichtige Rolle spielen, sondern eben auch alle, die vor und hinter der Bühne agieren. 

 

Die Gruppe OFF-Stage organisiert, probt und entwickelt in eigener Verantwortung Stücke und Darbietungen. Das Ensemble besteht aus Spielern mit langjähriger Erfahrung und Erstspielern, Jugendliche und Erwachsene. Bei der Auswahl der Stücke legt das Ensemble großen Wert auf den Sinn und den Mehrwert. Das Ziel des Ensembles ist, durch inhaltliche Substanz und authentische Darstellung, den Auditor im Innersten treffen und noch lange zu bewegen. Es ist ihnen ein großes Anliegen, Schulen aber auch Jugendliche und interessierte Menschen jeden Alters anzusprechen, die sonst keine regelmäßigen Theatergänger sind. Das hohe Niveau, welches Prämisse der Zielsetzung von OFF-Stage ist, wird durch die Teilnahme an verschiedenen Fortbildungen im Bereich Theater, Theaterpädagogik und Dramaturgie gefördert und stetig verbessert. OFF-Stage ist kein festes Ensemble und bietet kommenden Mitwirkenden die Möglichkeit, ihre Talente zu präsentieren. OFF-Stage ist demnach ein stetig wandelbares und basisdemokratisches Theaterensemble, bei dem Qualität, Originalität und Unabhängigkeit im Vordergrund steht.

 

 

Projekt Equus

 

"Equus" ist ein Theaterstück von Peter Shaffer, das 1973 am Londoner National Theatre uraufgeführt wurde. Zwei Jahre später wird Shaffer für seine Begabung, Geschichten nicht einfach nur zu erzählen, sondern sein Publikum jeden einzelnen Moment durchleben zu lassen, mit dem Tony Award für das beste Theaterstück geehrt.

 

Zum Inhalt:

Der Psychiater Martin Dysart bekommt den Fall Alan Strang zugeteilt. Ein introvertierter Junge, der Pferde auf fanatische Weise vergöttert und doch sechs von ihnen die Augen ausgestochen hat. Im Laufe der Begegnung zeigt der 17jährige seinem Psychiater Bilder seines verstörenden Elternhauses und seiner Faszination für Pferde. In seiner isolierten Kindheit erschafft Alan seinen eigenen Gott, Equus, der ihm in Pferdegestalt entgegen tritt. Die Anstellung in einem Reitstall ermöglicht ihm seinem Gott zu dienen und nachts in einem Ritual eins mit seiner Gottheit zu werden. Mit dem wachsenden Bedürfnis nach menschlicher Nähe, in Form von Jill, einem Mädchen, welches er im Reitstall kennenlernt, wächst aber auch die Forderung Equus‘ Niemanden außer den Gott selbst zu begehren. Dysart erkennt in seinem Patienten vollkommene Leidenschaft, etwas wonach er sich in seinem sterilen Alltag immer mehr sehnt und beginnt nicht nur an seiner Arbeit zu zweifeln, sondern auch an sich selbst.

 

Ist es Wahnsinn, seine Leidenschaft zu leben oder entspringt der Wahnsinn der Unterdrückung eben dieser Leidenschaft? Unsere Gesellschaft lebt nach bestimmten Normen. Teilweise durch Wissenschaft festgelegt, teilweise aus Tradition unbeschrieben gewachsen. Vergessen wir in unserem genormten Alltag den gesunden Wahnsinn zu leben? Wann ist Wahnsinn Wahnsinn? Und was ist überhaupt gesund und normal?

 

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die 14 Darsteller aus Offenbach, Heusenstamm, Frankfurt, Wächtersbach und Bruchköbel. Sie kommen von verschiedenen Theatervereinen oder ganz ohne Verein, mit und ohne Erfahrung. Die Regie übernimmt bei diesem Projekt Julia Sedlaczek. In der Gesamtleitung und Regieassistenz wird sie von Yoscha Holzinger und Nina Sedlaczek unterstützt.